Ab und zu lohnt sich ein Blick zurück: In den 145 Jahren ihres Bestehens stand die SPD in grundsätzlichen Fragen immer auf der richtigen Seite. Sie stand für eine demokratische Republik.
Ein Meilenstein dieser Geschichte war die Rede von Otto Wels zu Hitlers Ermächtigungsgesetz vor dem Deutschen Reichstag vor 75 Jahren.
Von den 120 sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten war es nur noch 94 möglich, an dieser Sitzung am 23. März 1933 in der Kroll-Oper teilzunehmen.
Die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, die noch nicht eingekerkert, ermordet oder zur Flucht und Emigration gezwungen waren, stimmten geschlossen gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz.
Die Sozialdemokratie stand mit ihrem mutigen Aufbäumen und ihrem Kampf für die parlamentarische Demokratie allein.
Hitler konnte auf die Zustimmung der konservativen Parteien rechnen. Ohne deren Zustimmung wäre die erforderliche Mehrheit nicht zustande gekommen.
Dieses Ermächtigungsgesetz, scheinheilig und irreführend “Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich” genannt, war die Grundlage für die ungeheuren Verbrechen, für den millionenfachen Mord an den europäischen Juden, für Völkermord und Krieg.
Die deutsche Sozialdemokratie bekannte sich mit der mutigen Rede ihres Vorsitzenden: “… zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus”.
Der zentrale Satz, dessen wahre Bedeutung vielen erst in den kommenden Wochen und Monaten klar wurde: “Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht” zeugt von der klaren Analyse und der politischen und moralischen Kraft und Integrität der Sozialdemokratie.
Dieser mutige Widerstand der Sozialdemokratie gegen die nationalsozialistische Diktatur auf der einen Seite, das Versagen der konservativen Parteien auf der anderen Seite, machen seitdem deutlich: Die Sozialdemokratie bedarf keinerlei Belehrung, wenn es um Freiheit und um soziale Demokratie geht.
Das Tondokument zur Rede hören Sie hier
Auch in unserem Distrikt besitzen wir Dokumente zu dieser Geschichte: Aus dem Mitgliedbuch der SPD des am 14. Januar 1900 eingetretenen Arbeiters Heinrich Koops sehen sie die Seiten für die Jahre 1932 und 1933: Die von der SPD Hamburg Veddel abgestempelten Beitragsmarken enden im März 1933.

